Morgen Abend treffen in Basel die Nationalmannschaften der Schweiz und Deutschland aufeinander. Jogi Löw wird nach ca. 2 Wochen Vorbereitung auf die Spieler des FC Bayern verzichten, die erst am selben Tag zur Mannschaft stoßen.

Die Schweizer, trainiert von Ottmar Hitzfeld, konnten sich nicht für die Endrunde in Polen und der Ukraine qualifizieren. Mit dabei sind 2 zukünftige Bundesligaspieler. Shaqiri (FC Bayern München) und Xhaka (Borussia Mönchengladbach) werden gegen Deutschland wohl von Beginn an spielen.

„Das wird ein emotionales Spiel, ein Highlight“, sagte der 63-Jährige Hitzfeld. Es hatte Gerüchte über einen vorzeitigen Abschied gegeben. Doch Hitzfeld machte schnell deutlich, dass er seinen im März 2011 vorzeitig verlängerten und bis zur WM 2014 in Brasilien laufenden Vertrag definitiv erfüllen will.

„Mir macht die Arbeit mit jungen Spielern sehr viel Spaß. Das ist für mich eine große Motivation und Herausforderung“, sagte er und fügte an: „Wir werden uns in den nächsten Monaten akribisch vorbereiten, um uns für Brasilien zu qualifizieren.“ Gegner in der WM-Qualifikationsrunde für die Schweiz, die bei der EM erstmals seit 2002 bei einem großen Turnier fehlt, sind ab Herbst Norwegen, Slowenien, Zypern und Albanien.

Die Schweizer mit 3 Neulingen

Für den Test gegen die Auswahl des DFB hat Hitzfeld drei Neulinge berufen, die Luzerner Alain Wiss und Adrian Winter sowie Novaras Michel Morganella. Zudem muss der Trainer auf Wolfsburgs Ricardo Rodriguez, der verletzt passen muss, verzichten. Und so ist offen, in welcher Aufstellung die Schweiz antritt.
Im Aufgebot für Samstag stehen in Diego Benaglio (Wolfsburg), Eren Derdiyok (Leverkusen/künftig Hoffenheim), François Affolter (Bremen) und Tranquillo Barnetta (Noch-Leverkusen) vier Bundesliga-Profis.

Wie lässt Löw spielen?

Ebenso mit Spannung wird die Aufstellung des DFB erwartet. Bis zum 29.05. muss Jogi Löw sich für einen Kader für das Turnier entscheiden. Vier Spielern muss Löw in der nächsten Woche eine Absage erteilen.

Der vorläufige deutsche EM-Kader:

Tor: Manuel Neuer (26 Jahre, Bayern München), Tim Wiese (30, Werder Bremen), Marc-André ter Stegen (20, Borussia Mönchengladbach), Ron-Robert Zieler (23, Hannover 96)
Abwehr: Holger Badstuber (23), Philipp Lahm (28), Jerome Boateng (23, alle Bayern München), Marcel Schmelzer (24), Mats Hummels (23, beide Borussia Dortmund), Per Mertesacker (27, FC Arsenal), Benedikt Höwedes (24, Schalke 04)
Mittelfeld: Bastian Schweinsteiger (27), Toni Kroos (22), Thomas Müller (22, alle Bayern München), André Schürrle (21), Lars Bender (23, beide Bayer Leverkusen), Sami Khedira (25), Mesut Özil (23, beide Real Madrid), Marco Reus (22, Borussia Mönchengladbach), Sven Bender (23), Ilkay Gündogan (21), Mario Götze (19, alle Borussia Dortmund), Julian Draxler (18, Schalke 04), Lukas Podolski (26, 1. FC Köln)
Angriff: Mario Gomez (26, Bayern München), Miroslav Klose (33, Lazio Rom), Cacau (31, VfB Stuttgart)

Ein Kampf um 4 Positionen

Und auch im Kampf um die Stammplätze ist noch alles offen. Vier Positionen sind vor allem noch umkämpft, acht Topleute bewerben sich – nur vier von ihnen werden von Beginn an spielen dürfen. Mats Hummels oder Per Mertesacker, Mario Gomez oder Miro Klose, Benedikt Höwedes oder Marcel Schmelzer und Sami Khedira oder Toni Kroos? Wer wird das Rennen um einen begehrten Platz in der 1. Elf machen?

Mertesacker auf einem guten Weg

Per Mertesacker (27) macht unverkennbar Fortschritte. Die lässt sich im täglichen Training gut beobachten. Doch auch Mats Hummels (23) präsentiert sich stark. Beide Verteidiger zeigen starke Leistungen vor dem Start der EM. Dies ist bei Hummels angesichts der bärenstarken Bundesliga-Rückrunde weniger überraschend als bei Mertesacker nach einer dreimonatigen Verletzungspause. Per Mertesacker sagt: „Für mich läuft es optimal, weil ich vom ersten Tag an alles mitmachen konnte und einiges aufzuholen habe“. Morgen hoft er auf einen Einsatz in Basel. „Jetzt brauche ich noch die Testspiele, um mich vorzubereiten. Das sind Generalproben, die schon wichtig sind.“ Ein gutes Argument für Löw Mertesacker von Beginn an zu bringen.

Länderspiel Nr. 80

In der Tat ist das 80. Länderspiel von Mertesacker für Ihn ein ganz besonderes. Denn zum ersten Mal seit seiner schweren Knöchelverletzung am 11. Februar geht der Arsenal-Verteidiger wieder in einen Wettkampf. Doch Löw wird weder auch Hummels noch auf Mertesacker verzichten. Mertesacker wird gemeinsam mit seinem EURO-Konkurrenten Hummels das Abwehrzentrum bilden, so das Jogi Löw einen direkten Vergleich ziehen kann. Der zweite Platz in der EM-Innenverteidigung ist für Holger Badstuber (23) reserviert, auf den Löw nach der WM in jedem bedeutenden Spiel zurückgegriffen hat. Da Badstuber jedoch erst morgen anreist wird er am Abend in Basel nicht zum Einsatz kommen.

Mertesackers Körpersprache in den Trainingseinheiten lässt keinen Zweifel, dass er die Rolle des Abwehrchefs beansprucht, der er schon in Südafrika war. Hummels bezeichnet er als „sehr, sehr guten Innenverteidiger“, über seine eigene Rolle sagt er: „Der Bundestrainer kann sich auf mich verlassen – und das weiß er auch. Da existiert ein Grundvertrauen, das über Jahre entstanden ist.“

Wer spielt im Sturm?

Das nächste Duell über das die Experten streiten ist eines zwischen Mario Gomez und Miroslav Klose. Beide Stürmertypen haben ihren Vorteil für den Nationaltrainer. Auch Klose kommt gerade erst aus einer Verletzungspause und musste immer wieder mit dem Training aussetzen. Löw hat jüngst durchblicken lassen, dass ihn Kloses holpriger Wettlauf gegen die Zeit durchaus beunruhige – ungeachtet der Tatsache, dass der Stürmer „wie kein Zweiter seinen Körper kennt und weiß, was zu tun ist“.

Klose selbst nennt als grund für seine Aussetzer? „Alterserscheinungen“und sagt weiter, „mal zwickt es hier, mal zwickt es da, diesmal zwickt es am Rücken.“ Dass der bald 34-jährige Oldie im Team augenzwinkernd seine Abwesenheit beim Training am Montag und Dienstag begründete, ändert nichts an der Feststellung, dass es bei Klose in den vergangenen Wochen ein bisschen oft und vor allem ziemlich heftig gezwickt hat.

Klose morgen von Beginn

Samstagabend in Basel bekommt Klose eine Chance dem Trainer zu beweisen, dass er während der Endrunde in Polen und der Ukraine auf den gebürtigen Polen zählen kann. Das Testspiel gegen die Schweiz wird zur ersten großen Standortbestimmung, für Klose.

Löw hofft, dass sich Klose ähnlich wie vor zwei Jahren pünktlich zum Turnierstart in Topform bringen wird. Da musste sich Klose allerdings nach einem monatelangen Reservistendasein beim FC Bayern in Form bringen, und nicht wie jetzt nach einer Verletzung. Schafft er das, dann ist der 114-malige Nationalspieler für Löw die erste Wahl im Sturmzentrum – weil er sich immer in wichtigen Momenten auf Klose verlassen konnte. Mario Gomez (26) indes dürfte nicht zuletzt beim Münchner Champions-League-Finale gegen Chelsea Zweifel auch bei Löw genährt haben, eine gleichwertige Alternative zu einem fitten Klose zu sein.

Trotzdem hat Gomez in der abgelaufenden Bundesliga Saison viele Tore geschossen und muss ab Samstag im Training den Bundestrainer von seinen Qualitäten überzeugen. Neben Gomez lauert auch Cacau (31), Löws dritter etatmäßiger Stürmer, auf seine Chance, hat dabei aber kein Problem mit der Jokerrolle. Und auch Marco Reus (22) sieht Löw als einen Kandidaten „für ganz vorne“.

Wer spielt den 2. Außenverteidiger?

Im dritten Duell hängt viel vom Kapitän der Nationalmannschaft ab. Joachim Löw wird sich mit Philipp Lahm (28) zusammen setzen und dann entscheiden, ob dieser links oder rechts zum Einsatz kommt. Wählt er rechts, erhöht dies die Einsatzchancen für Marcel Schmelzer (24). Bleibt Lahm auf der linken Seite, steigen die Aktien von Benedikt Höwedes (24).

Für Höwedes spricht, dass er bislang als Nationalspieler häufiger überzeugte als Schmelzer. Der allerdings ist Spezialist, während Höwedes eigentlich lieber innen verteidigt. Und: Schmelzer überzeugte zuletzt immer gegen Arjen Robben. Und der ist am 13. Juni Gegner der deutschen Elf. In Basel dürfen Höwedes und Schmelzer zeigen, was sie draufhaben. Ist das zu wenig, dürfte Jerome Boateng (23) der lachende Dritte im Kampf um den Außenverteidiger-Posten sein.

Kroos oder Kheidira?

Das letzte heiße Duell ist eins im zentralen Mittelfeld. In den letzten 8 Spielen des DFB kamen Kroos und Kheidira gemeinsam zum Einsatz. Jedoch wohl nur weil Bastian Schweinsteiger sowohl in der Ukraine (3:3) als auch gegen die Niederlande (3:0) und Frankreich (1:2) verletzt fehlte.

Seit 25 Spielen von Beginn an

Da Khedira jedoch, mit Ausnahme seiner ersten beiden Länderspiele, alle 25 Nationalmannschafts-Einsätze in der Startelf bestritt, sagt viel aus über seinen Stellenwert bei Joachim Löw aus. Zudem belegen seine vier Saisontore für Madrid, dass er durchaus in der Lage ist, seine Rolle wie von Löw gewünscht offensiver zu interpretieren. Kroos hingegen, bei der WM 2010 als Dauerreservist noch klar in Khediras Schatten, hat aufgeholt. Das belegt schon die Tatsache, dass er in den letzten 10 seiner 24 Länderspiele gleichfalls in der Anfangsformation stand.

Bringt Test neue Erkenntnisse?

Joachim Löw erhofft sich natürlich vom Test morgen Abend in Basel neue Erkenntnisse. Wir werfen einen Blick auf die möglichen Startformationen beider Teams:

Schweiz
Benaglio – Lichtsteiner, Senderos, Djourou, Ziegler – Inler, Dzemaili – Shaqiri, G. Xhaka, Mehmedi – Derdiyok

Deutschland
Wiese – Höwedes, Mertesacker, Hummels, Schmelzer – Khedira, Gündogan – Reus, Özil, Podolski – Klose

Angestoßen wird das Testspiel um 18 Uhr im St.-Jakob-Park zu Basel.

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